07.04.2015

Aus der Geschichte

des Torhauses Dölitz


Das Torhaus ist der letzte Rest des ehemaligen Rittergutes Dölitz, das sich fast 300 Jahre im Besitz der Familie v. Winkler befand. Es wurde bereits in den Jahren 1670-72 errichtet und ist ein markanter Übergangsbau von der sächsischen Spätrenaissance zum sächsischen Frühbarock.

 

Es ist kein Wunder, dass Leipziger Sammler bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts planten, in diesem romantischen Gemäuer ein Zinnfigurenmuseum einzurichten.

Das heute frei stehende Gebäude war ursprünglich Teil eines ganzen Gebäudekomplexes und von beiden Seiten nur über Brücken zu erreichen

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Das Schloss selbst wurde am 20.2.1944 durch eine Luftmine schwer beschädigt und 1947 gesprengt.

Die an das Torhaus anschließende 60 m lange Rittergutsscheune brannte 1953 ab. Ein danach errichteter kleiner Ersatzbau musste 1999 abgebrochen werden.

Das Rittergut wurde 1929 von der Stadt Leipzig erworben, der in der Folge aber meist die Mittel zur Sanierung fehlten.

 

In der Völkerschlacht 1813 wurde um das Torhaus und seine Brücken verbissen gekämpft.

Bekannt geworden ist besonders die Gefangennahme des österreichischen Generals v.Merveldt, dem unser Verein eine Benefiz-Serie gewidmet hat.

Am Torhaus erinnert heute eine Tafel an den Tod des Oberst v.Reißenfels, der hier an der Spitze des österreichischen IR Nr.24 gefallen ist.

 

 

Nach dam Krieg wurde das Torhaus zunächst noch bewohnt und sollte Ende der 50-er Jahre dann völlig herunter gekommen abgerissen werden.

Gleich hinter dem Gebäude begann das Gelände einer Pelztierfarm. Die Gewölbe im Erdgeschoß waren teilweise bis zur Decke mit Müll gefüllt.

Seit 1959 bemühte sich eine kleine Gruppe von Enthusiasten unter der Leitung von Herbert Bunzel in diesem Gemäuer durch eigene Arbeit eine ständige Zinnfigurenausstellung aufzubauen.

 

Die ganzen Schwierigkeiten kann man nur ermessen, wenn man weiß, dass selbst für den Bezug von 2 Sack Zement ein staatlicher Bezugsschein erforderlich war, um den das ausstellende Organ wegen allgemeiner Knappheit selbst schwer kämpfen musste.

Dadurch konnte das Bauwerk erhalten und sogar stückweise aufgewertet werden. Seit über 50 Jahren beherbergt es nun die einzige deutsche Zinnfigurenausstellung die ausschließlich von Sammlern gestaltet wird, ohne dass sie selbst je Eigentümer des Gebäudes waren.

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Besondere Verdienste um das Torhaus erwarb sich in den folgenden Jahren auch Dr.P.Stier als langjähriger ehrenamtlicher Leiter der Ausstellung und späterer Mitarbeiter des Stadtmuseums.

Auch wenn sich viele seiner Pläne aus den Umständen der Zeit heraus nicht umsetzen ließen, rettete er die Ausstellung über eine der schwierigsten Phasen.

In den 90-er Jahren wurde das Torhaus von der Stadt Leipzig umfassend saniert und dann einem Verein in Erbpacht übergeben, der 2013 Insolvenz anmelden mußte. Seit dem 1.7.2014 wird es nun vom Verband Jahrfeier Völkerschlacht betrieben, dem auch unser Zinnfigurenverein als Mitglied angehört.