Aus  der
 Geschichte
 des
 Torhauses
 Dölitz

 

Das Torhaus ist der letzte Rest des ehemaligen Rittergutes Dölitz, das sich fast 300 Jahre im Besitz der Familie v. Winkler befand. Es wurde bereits in den Jahren 1670-72 errichtet und ist ein markanter Übergangsbau von der sächsischen Spätrenaissance zum sächsischen Frühbarock. Es ist kein Wunder, dass Leipziger Sammler bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts planten, in diesem romantischen Gemäuer ein Zinnfigurenmuseum einzurichten.

Das alte Schloss

 

Das heute frei stehende Gebäude war ursprünglich Teil eines ganzen Gebäudekomplexes  und von beiden Seiten nur über Brücken zu erreichen

Das Schloss selbst wurde am 20.2.1944 durch eine Luftmine schwer beschädigt und 1947 gesprengt. Die an das Torhaus anschließende 60 m lange Rittergutsscheune brannte 1953 ab. Ein danach errichteter kleiner Ersatzbau musste 1999 abgebrochen werden.


nach der Zerstörung


Um das Torhaus und seine Brücken wurde in der Völkerschlacht verbissen gekämpft. Bekannt geworden ist besonders die Gefangennahme des österreichischen Generals v.Merveldt, dem unser Verein eine eigene kleine Benefiz-Serie gewidmet hat. Am Torhaus erinnert heute eine Tafel an den Tod des Oberst v.Reißenfels, der hier an der Spitze des österreichischen  IR Nr.24 gefallen ist.   
zeitgenöss. Illustration
 

 

der Zustand außen

 

und innen

Das Rittergut wurde 1929 von der Stadt Leipzig erworben, der in der Folge aber meist die Mittel zur Sanierung fehlten. Nach dam Krieg wurde das Torhaus bewohnt und sollte Ende der 50-er Jahre völlig herunter gekommen abgerissen werden.

Seit 1959 bemühte sich eine kleine Gruppe von Enthusiasten  unter der Leitung von Herbert Bunzel in diesem Gemäuer durch eigene Arbeit eine ständige Zinnfigurenausstellung aufzubauen. Die ganzen Schwierigkeiten kann man nur ermessen, wenn man weiß, dass selbst für den Bezug von 2 Sack Zement ein staatlicher Bezugsschein erforderlich war, um den das ausstellende Organ wegen allgemeiner Knappheit selbst schwer kämpfen musste. Dadurch konnte das Bauwerk erhalten und sogar stückweise aufgewertet werden. Seit über 40 Jahren beherbergt es nun die einzige deutsche Zinnfigurenausstellung die ausschließlich von Sammlern gestaltet wird, ohne dass sie  selbst je Eigentümer des Gebäudes waren.


Herbert Bunzel


 

 

ein "Bezugsschein"

das alte Obergeschoss

das frühere Gefängnis

Besondere Verdienste um das Torhaus erwarb sich  in den folgenden Jahren auch  Dr.P.Stier als  langjähriger ehrenamtlicher Leiter der Ausstellung und späterer Mitarbeiter des Stadtmuseums. Auch wenn sich viele seiner Pläne aus den Umständen der Zeit heraus nicht umsetzen ließen, rettete er die Ausstellung über eine der schwierigsten Phasen. Die nebenstehenden Fotos bieten einen Einblick in die "alte Ausstellung" zu seiner Zeit.

 

Dr. Peter Stier

der ausgebaute Boden

Seit 1998 wird das Torhaus in Vereinsträgerschaft  von der "AG Befreiungskriege 1813 e.V." betrieben, die  dem Gebäude und seinem Umfeld das heutige gepflegte Aussehen gegeben, neue Ausstellungsräume erschlossen und damit die Weiterführung der Zinnfigurenausstellung ermöglicht  hat, die auch weiterhin von unserem Verein gestaltet  wird.

der neue Raum im 1.St.